Zur Startseite

Alpha Wave Movement: Drifted Into Deeper Lands

Stilrichtung: Ambient, teilw mit Rhytmik unterlegt

Groove Unlimited, GR-042 (2000)


Musiker: Gregory T. Kyryluk (electronics), Jeff Pearce, teilw. (ambient guitar)

Nach seinem sicher nicht unbedeutenem aber etwas unausgeglichenem Album "Concept Of Motion" von ´98, beschert uns Gregory Kyryluk mit seinem Ein-Mann-Projekt Alpha Wave Movement auf seiner 4. CD nun 5 Ambient-Perlen, die die gefühlvollen Qualitäten dieses Künstlers in einem ganz besonders glanzvollem Licht erscheinen lassen.
Doch das Zelebrieren vertonter Gedankengebäude und Gefühlszustände als räumlich angelegte Klanginstallation ist nur ein Gebiet auf dem Kyryluk bemerkenswerte Leistungen für sich verbuchen kann. Seine weitere Stärke sind die stimulierend seichten Trance-Strukturen, die schon streckenweise auf seinem 96er Debüt "Transcendence" zu genießen waren und die nun von ihm in dem einleitenden Titelstück in Vollendung perfektioniert wurden.
Die knapp 14-minütige Aufnahme beginnt mit den für AWM so typisch behutsamen und zugleich sorgfältig aufeinander abgestimmten Klangelementen, die nach ca. 4 Minuten in einen feingliedrigen Sequenzerrhytmus münden, der bis zum Ende, mit treibender Kraft und gesteigertem Aufbau, von tiefgängig schwebenden Flächen begleitet wird und leise eine hypnotische Wirkung entfaltet. Die auf dem Innencover zu einer Spirale verzerrte Buschlandschaft und der gewählte Titel "Drifted Into Deeper Lands" hätten hier in keinem beziehungsvollerem Verhältnis zueinander stehen können.
Im Gegensatz zum Eröffnungsstück, das sich durch seine stetige Entwicklung im Gesamtaufbau auszeichnet, sind die atmosphärisch arrangierten Titel durch einen gleichbleibend linearen Verlauf gekennzeichnet. Die auf dem Frontcover in tiefes Abendrot getauchte Prärielandschaft deutet es bereits an. Auch die Musik von AWM ist mitlerweile von den klassischen Strukturen einheimischer Ureinwohner infiziert. Anders als die Garde der Ambient-Künstler um Steve Roach, beläßt Kyryluk es jedoch dabei, sich von historischen Vorbildern inspirieren zu lassen und urvölkische Komponenten nur reduziert, fast unmerklich in seinen synthetischen Soundteppich einzuflechten. Die Aufnahmen werden von einem dunklen Unterton getragen ohne finster zu wirken und werden bis auf das gedankenverlorene "Suspended In The Hanging Gardens" von einer prägnant ausgearbeiteten, jedoch unaufdringlichen Slow- bis Midtempo-Rhytmik unterstrichen. Tradition und Moderne sind somit zu einer neuen, wegweisenden Einheit miteinander verschmolzen.
So ganz im Alleingang geht es dann aber wohl doch nicht. Für "Awakening The Sand Spirits" und "Another Time...." wurde Jeff Pearce engagiert, dessen Gitarrenspiel als solches nur schwerlich zu erkennen ist und sich auf eine Untermalung mit sphärischen Klangmustern beschränkt. Bezeichnenderweise wird auf erstgenanntem Titel eine enge Affinität zu Steve Roach erkennbar (vergl. CD "Dreamtime Return"), wodurch nur einmal mehr verdeutlicht wird, das derzeit wohl kaum jemand Roach´s Einfluß vollständig widerstehen kann.
Waren die 3 Vorgängeralben schon von überdurchschnittlicher Qualität, so ist "Drifted Into Deeper Lands" Kyryluk´s bislang reifstes Werk. Trotz der Gratwanderung zwischen Trance und Ambient, zerfällt das Werk nicht in 2 Teile und vermittelt einen austarierten sowie genau gezeichneten Gesamteindruck.
Stephan Behn (17.09.2000)

Tracklist:

Drifted Into Deeper Lands (13.58)
Silent Promise (09.42)
Awakening In The Sand Spirits (08.36)
That Which Remains (08.05)
Another Time...Another Place (08.28)
Suspended In The Hanging Gardens (07.05)


Weitere empfehlenswerte CDs von AWM:

Transcendence (1996)
The Edge Of Infinity (1997)

 

WEITERE CD-TIPPs FINDEN SIE HIER!