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Nach
seinem sicher nicht unbedeutenem aber etwas
unausgeglichenem Album "Concept Of Motion" von
´98, beschert uns Gregory Kyryluk mit seinem
Ein-Mann-Projekt Alpha Wave Movement auf seiner 4. CD
nun 5 Ambient-Perlen, die die gefühlvollen Qualitäten
dieses Künstlers in einem ganz besonders glanzvollem
Licht erscheinen lassen.
Doch das Zelebrieren vertonter Gedankengebäude und
Gefühlszustände als räumlich angelegte
Klanginstallation ist nur ein Gebiet auf dem Kyryluk
bemerkenswerte Leistungen für sich verbuchen kann.
Seine weitere Stärke sind die stimulierend seichten
Trance-Strukturen, die schon streckenweise auf seinem
96er Debüt "Transcendence" zu genießen waren
und die nun von ihm in dem einleitenden Titelstück in
Vollendung perfektioniert wurden.
Die knapp 14-minütige Aufnahme beginnt mit den für AWM
so typisch behutsamen und zugleich sorgfältig
aufeinander abgestimmten Klangelementen, die nach ca. 4
Minuten in einen feingliedrigen Sequenzerrhytmus
münden, der bis zum Ende, mit treibender Kraft und
gesteigertem Aufbau, von tiefgängig schwebenden
Flächen begleitet wird und leise eine hypnotische
Wirkung entfaltet. Die auf dem Innencover zu einer
Spirale verzerrte Buschlandschaft und der gewählte
Titel "Drifted Into Deeper Lands" hätten hier
in keinem beziehungsvollerem Verhältnis zueinander
stehen können.
Im Gegensatz zum Eröffnungsstück, das sich durch seine
stetige Entwicklung im Gesamtaufbau auszeichnet, sind
die atmosphärisch arrangierten Titel durch einen
gleichbleibend linearen Verlauf gekennzeichnet. Die auf
dem Frontcover in tiefes Abendrot getauchte
Prärielandschaft deutet es bereits an. Auch die Musik
von AWM ist mitlerweile von den klassischen Strukturen
einheimischer Ureinwohner infiziert. Anders als die
Garde der Ambient-Künstler um Steve Roach, beläßt
Kyryluk es jedoch dabei, sich von historischen
Vorbildern inspirieren zu lassen und urvölkische
Komponenten nur reduziert, fast unmerklich in seinen
synthetischen Soundteppich einzuflechten. Die Aufnahmen
werden von einem dunklen Unterton getragen ohne finster
zu wirken und werden bis auf das gedankenverlorene
"Suspended In The Hanging Gardens" von einer
prägnant ausgearbeiteten, jedoch unaufdringlichen Slow-
bis Midtempo-Rhytmik unterstrichen. Tradition und
Moderne sind somit zu einer neuen, wegweisenden Einheit
miteinander verschmolzen.
So ganz im Alleingang geht es dann aber wohl doch nicht.
Für "Awakening The Sand Spirits" und "Another
Time...." wurde Jeff Pearce engagiert, dessen
Gitarrenspiel als solches nur schwerlich zu erkennen ist
und sich auf eine Untermalung mit sphärischen
Klangmustern beschränkt. Bezeichnenderweise wird auf
erstgenanntem Titel eine enge Affinität zu Steve Roach
erkennbar (vergl. CD "Dreamtime Return"),
wodurch nur einmal mehr verdeutlicht wird, das derzeit
wohl kaum jemand Roach´s Einfluß vollständig
widerstehen kann.
Waren die 3 Vorgängeralben schon von
überdurchschnittlicher Qualität, so ist "Drifted
Into Deeper Lands" Kyryluk´s bislang reifstes
Werk. Trotz der Gratwanderung zwischen Trance und
Ambient, zerfällt das Werk nicht in 2 Teile und
vermittelt einen austarierten sowie genau gezeichneten
Gesamteindruck.
Stephan Behn (17.09.2000)
Tracklist:
Drifted Into Deeper
Lands (13.58)
Silent Promise (09.42)
Awakening In The Sand Spirits (08.36)
That Which Remains (08.05)
Another Time...Another Place (08.28)
Suspended In The Hanging Gardens (07.05)
Weitere empfehlenswerte CDs von AWM:
Transcendence (1996)
The Edge Of Infinity (1997)
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