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Wer mag
sie nicht? Die wunderbaren Slow- und Midtempo-Grooves
diverser Interpreten vom Elektrolux-Label, die fast täglich
in der „Spacenight“ des Bayrischen Fernsehens
stundenlang beeindruckende Satellitenaufnahmen von
unserem Heimatplaneten akustisch untermalen und erst kürzlich
wieder in einer ausgezeichneten Zusammenstellung auf dem
Sampler „Spacenight Vol. 6“ erschienen sind.
Verantwortlich für die hochkarätig und homogen
zusammengetragene Titel-Auswahl war wieder einmal
Chill-Out-Experte Alex Azary, der zusammen mit Gabriel
Le Mar und Pascal F.E.O.S. auch für das hauseigene
Projekt Aural Float zuständig ist.
Ungefähr zeitgleich mit Wiederveröffentlichung des
94er Albums „Introspectives“ erschien jetzt ihre
neueste CD „Freefloat“, die alle Vorzüge
ambientverwandter Club-Elektronik in sich vereint.
An erster Stelle steht das neunminütige „Perspectives“,
das bereits in der Anfangsphase mit sparsam verzogenen
Klangfolgen Ferne und Schwerelosigkeit suggeriert und im
weiteren Aufbau einen klug arrangierten, gleitend
schwungvollen sowie sequenzerhaft unterstützten Aufbau
entwickelt, der unweigerlich gefangen nimmt. Doch dieses
ist erst der Auftakt zu einem meisterlich
durchkonzipiertem Album. Die Stücke überraschen mit
einem schier unerschöpflichen Potential an
Ideenreichtum und ausgefeilter Rhytmik und sind bewegend
im doppeldeutigen Sinne.
Bis zum 6. bzw. mittleren Titel steigern sich die
Aufnahmen tendentiell im Tempo, um dann in rückläufiger
Weise dem Gesamtwerk mit dem letzten Stück einen
unbeschwerten Ausstieg zu geben.
„Freefloat“ ist eine perfekte Mixtur aus
eindrucksvollen Klangformen, weiträumig verhallenen
Effekten und gedehnt verfremdeten Stimmfragmenten, die
mit prachtvoll satten, zum Teil wuchtig treibenden
Grooves verschleifen. Die Musik ist über weite Strecken
tanzbar und besitzt eine starke Anziehungskraft, der
sich spätestens beim 4. Titel „Soulsearching“
niemand mehr entziehen kann.
Azary, Le Mar und F.E.O.S. haben hier einfach den Nerv
der Zeit getroffen und imponieren mit vortrefflichem
Ausdruck sowie energiegeladener Rhytmik. Animierend,
fesselnd und stilsicher.
Wer schon Gefallen an cluborientierter Elektronik
gefunden hat und momentan nur noch Geld für eine
einzige CD erübrigen kann, dem sollte die Entscheidung
hiermit nicht mehr schwerfallen.
Stephan Behn (19.05.2001)
Tracklist:
Perspectives (09.10)
Freefloat (06.50)
Switchin´ The Wave Of Thought (03.20)
Soulsearching (05.45)
Travelogue (06.54)
At The Crossroads (08.48)
New Frontiers (05.21)
Zwei G (07.03)
Session 5 (08.43)
AF Study II (06.29)
Switchin´ The Wave Of Thought (Reprise) (04.42) |