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Das
amerikanische Trio Dweller At The Threshold
besteht aus den Musikern Paul Ellis, Dave Fulton und
John Duval, die in den Staaten eine ähnliche Position
besetzen wie AirSculpture, Kubusschnitt oder Free System
Projekt hier in Europa. Nach „No Boundary Condition“
(´96) und „Generation, Transmission, Illumination“
(´98) sowie einigen Solo-Aktivitäten von Paul Ellis
und Dave Fulton, ist nun ihre aktuelle CD „Ouroborus“
auf dem Hypnos-Ableger Binary erschienen.
Die drei Musiker, die sich im Wesentlichen dem Stil der
Berliner Schule verschrieben haben, waren eigentlich für
das diesjährige Alpha-Centauri-Festival verpflichtet
worden, hatten aber nach den Terror-Attacken gegen die
U.S.A. ihren Auftritt schon vor Monaten abgesagt. Würde
man davon ausgehen, dass das Programm für ihr Konzert
ähnlich ausgefallen wäre wie auf diesem Album, ihre
Abwesenheit wäre kein großer Verlust gewesen; denn mit
„Ouroborus“ haben DATT nicht unbedingt ein
innovatives Highlight abgeliefert.
Mit der improvisationsgefärbten Einspielung ihrer
Aufnahmen üben sich die drei Akteure in Mittelmäßigkeit
und können der Renaissance der klassischen Berliner
Schule keine neuen Impulse verleihen. Ganz im Gegenteil,
ihre einfallslosen und unausgegorenen Soundkreationen
wirken hölzern, formelhaft und ausgelutscht. Dabei
haben die ein- und ausleitenden Klangcollagen durchaus
noch spannende Momente, doch die eingeschobenen
Sequenzerblöcke können die aufgebaute Stimmung nicht
richtig weitertransportieren und knicken nach kurzer
Zeit atmosphärisch ein. Das schwerfällig müde Tempo
wird zu keinem Zeitpunkt auch nur minimal angezogen und
schleppt sich wie eine zähfließende Masse durch das
gesamte Werk. Hinzu kommen pseudodramatische und
abgegriffene Solo-Improvisationen, die dem Hörer in
Verbindung mit den unterentwickelten Sequenzerläufen
einiges an Geduld und Nervenstärke abverlangen.
In Anbetracht dessen, dass DATT nur alle 2 bis 3 Jahre
eine neue CD auf den Markt bringen, muß ihr neueste
Produktion im Gesamtergebnis als mager eingestuft werden
und ist im geschichtlichen Kontext sogar als rückschrittlich
zu bewerten. Ihnen gelingt es einfach nicht, das
klischeehafte Strickmuster ihrer Aufnahmen aufzubrechen
und präsentieren sich in einer ideenarmen und saftlosen
Verfassung.
Man kann zu Tangerine Dream stehen wie man will,
insbesondere was ihre spätere Entwicklung betrifft,
aber im Vergleich zu Beispielen wie diesen wird immer
wieder deutlich, dass Froese, Franke, Baumann schon vor
25, 30 Jahren Maßstäbe gesetzt haben, denen bis heute
nur wenige Interpreten gewachsen sind. Stephan Behn
(28.02.2002)
Tracklist:
Circular Logic (03.38)
After
Logic Fails (10.41)
Ouroborus Part 1 (13.04)
Ouroborus Part 2 (08.01)
Worlds Without End (08.00)
Resolution (17.54)
Automatic Writing (08.57 |