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Ralf
Knappe-Heinbockel alias Hemisphere gehört mitlerweile
zu einem der von mir persönlich am meist geschätzten
Musikern der EM-Szene. Mit „Liquid Mirror“ hat er
bei Groove Unlimited jetzt noch einmal sein Debüt aus dem Jahre 1991
veröffentlicht. Es ist schon erstaunlich und
beeindruckend zugleich, mit welch einem Potential an
Feingespür, Erfindungsgabe und Detailbesessenheit
dieser Musiker das Metier der sanft düsteren Klänge
beherrscht und seinen Hörern mit dem Erscheinen jeder
Veröffentlichung ein durchgängig spannendes und außergewöhnliches
Hörerlebnis bietet.
Ralf Knappe-Heinbockel hat sich damit in der
Elektronik-Szene langsam aber sicher zu einem Musiker
etabliert, der auf seinem Gebiet neue Maßstäbe setzt
und das bisher erschienene Werk von Hemisphere kann von
Anhängern der spacelastigen Elektronik sicher schon als
Standardwerk eingestuft werden.
Rhythmisch unterlegte sowie pure Sphärenklänge stehen
auf ”Liquid Mirror” in einem ausgewogenem Verhältnis
zueinander. Die Stücke ”Northern Horizon” und
”Touch The Waves” werden jeweils durch einen sehr
individuellen Midtempo-Rhythmus getragen, der auf beiden
Titeln eine hypnotische Wirkung entfaltet. Mit gerade
einmal 5 bzw. 6 Minuten hätten diese beiden Stücke
auch gern doppelt so lang ausfallen können. Leider
steht jede Komposition auf ”Liquid Mirror”, auch das
aus 4 Teilen bestehende Titelstück, von einander
getrennt und durch die Aneinanderreihung etwas isoliert
für sich da. Hier hätte es sich als wirkungsvoller
angeboten, die Stücke durch fließende Übergänge
miteinander verschmelzen zu lassen, doch die etwas
holprige Aneinanderkettung läßt sich in Hinblick auf
den Gesamteindruck leicht verschmerzen.
Mit einer dunklen, beinahe bedrohlichen Grundstimmung
erzeugen breit angelegte volumenbetonte Sounds immer
wieder fremde unangetastete Räume mit ungewisser Weite.
Es entsteht ein Gefühl der Ruhe und Spannung, aber auch
der Beklommenheit und des Verlassenseins in einer fast
unbehaglichen Atmosphäre. Dabei gelingt es Hemisphere
jedem seiner Stücke eine große Kraft und Tiefe zu
verleihen, die den Hörer unweigerlich faszinieren und
gefangen nehmen. Musik, die mit immer neuer Kreativität
überrascht und infolge der Neugierde des Hörers gerade
dazu einlädt, die gesamte CD mit konstanter
Aufmerksamkeit zu entdecken und zu genießen. Morbide
und sinnlich zugleich, zugleich befremdlich und
berauschend unwirklich.
Ohne Zweifel ein Meister seines Faches, dem es gelingt,
mit kreativem Feingefühl und einer sparsamen aber
kraftvollen Instrumentierung auf seinen Werken immer
wieder etwas Neues entstehen zu lassen, ohne dabei
seinem Stil untreu zu werden. Stephan Behn (23.08.1999)
Tracklist:
Water-Colours
(04.34)
In The Deep (08.55)
Northern Horizon (05.10)
Below Sealevel (14.43)
We´re Afloat (04.41)
Touch The Waves (06.06)
Liquid Mirror Part1 (09.49)
Liquid Mirror Part 2 (03.46)
Liquid Mirror Part 3 (11.18)
Liquid Mirror Part 4 (03.25)
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