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Mit dem
wunderbar entspannten und weich groovenden „Planisphäre“
hatte Ralf Uhrlandt alias INDEX ID bereits im Frühjahr
diesen Jahres auf dem 6. Space-Night-Sampler einen
kleinen aber nachhaltigen Vorgeschmack auf sein 2. Album
„Expedition“ gegeben, das allerdings erst Anfang
kommenden Jahres offiziell im Handel erscheinen wird.
Bereits sein erstes Album „Schlafphase“ sorgte für
Furore und ist bis heute einer der meistverkauftesten
Elektrolux-CDs überhaupt. Die Erwartungen an
„Expedition“ liegen entsprechend hoch und werden
seinem Vorgänger tatsächlich mühelos gerecht. Wie
schon auf „Schlafphase“ (und das ist für das
Club-Electronic-Genre einigermaßen ungewöhnlich“)
wurden sämtliche Stücke auf deutsch betitelt, was zunächst
naiv gediegene Kraut-Elektronik-Kost befürchten läßt.
Doch in diesem Falle wäre Elektrolux nicht Elektrolux
und so entführt Ralf Uhrlandt mit Titeln, die Begriffe
wie Fernweh, Entdeckertum und Forscherdrang assoziieren
lassen für eine gute Stunde auf ausgeklügeltes
Midtempo- und Downbeat-Territorium, das man so schnell
nicht wieder verlassen möchte.
Dabei wird von INDEX ID die gesamte Bandbreite leicht
fließender Chill-Out-Rhythmen von schleppend sanft bis
pulsierend tanzbar glänzend ausgeschöpft. Die Stücke
sind intelligent und erfinderisch durchdacht und machen
Lust auf Mehr. Trotz hohem Anspruch und unverbrauchter
Vielfalt wurde großer Wert auf Eingängigkeit gelegt,
was dem Gesamteindruck angenehm zugute kommt. Die lässig
gleitenden Rhythmen ziehen streckenweise auf ein
energisch flottes Tempo an und erhalten durch wuchtig
satte Beats eine ausgerundete Fülle. Pfiffige sowie
trickreich arrangierte Effekte machen jeden Titel zu
einem besonderen Erlebnis und geben der Musik die
gewisse Finesse. Ein ausgeglichenes Werk ohne Ecken und
Kanten aber mit viel Sinn für Spannung und Dynamik
unter Einbeziehung ausgefeilter Details.
Mit Ralf Uhrlandt steht bei Elektrolux ein weiterer Künstler
unter Vertrag, mit dem dieses Label erneut sein an
schlafwandlerische Sicherheit grenzendes Gespür für
talentierte Musiker auf dem Ambient-Club-Sektor unter
Beweis stellt. Einer von den Künstlern, bei denen man
nicht glauben will, dass ihnen einmal eine Komposition
mißraten könnte.
Deshalb nicht vergessen und INDEX ID unbedingt auf der
Einkaufsliste für Jan. 2002 vormerken. Stephan Behn
(30.11.2001)
Tracklist:
Neuland (03.46)
Zenit (04.45)
Sonnenwind (05.46)
Planisphäre (03.27)
Horizont (06.23)
Maurizio (05.59)
Sextant (02.52)
Tiefe (04.17)
Expedition (05.21)
Kompass (06.10)
Flaute (04.31)
Riff (05.15)
Nebelbank (04.09)
Weitere empfehlenswerte CDs von INDEX ID:
Schlafphase (1999) |