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James Johnson: Entering Twilight

Stilrichtung: Ambient

Hypnos, UPC 75390-71253-20 (2001)

Musiker: James Johnson (electronics)

Obwohl James Johnson schon in den 80er Jahren bestrebt war sich mit experimentellen Ausdrucksformen auseinanderzusetzten, begann er doch erst 1998 sich auf musikalischer Ebene computerunterstützten Möglichkeiten zu widmen. Seine Alben „Unity“ (´98) und „Surrender“ (´99) zeichnen bereits das Bild eines nachdenklich introvertierten Musikers mit Hang zur Romantik, wovon auch „Entering Twilight“ nicht unbeeinflußt bleibt.
Das gut einstündige Werk ist laut Johnson´s Aussage zum Hören mit geringer Lautstärke bestimmt und erstreckt sich auf einer sehr gleichmäßigen und weich dahinfließenden Ebene.
Der schon etwas abgenutzte Vergleich mit dem schwadenhaften Nebel, der, durch eine sanfte Brise angetrieben, einer unberührten Berglandschaft ein seelenhaft mystisches Eigenleben verleiht, kommt der bildhaften Beschreibung von „Entering Twilight“ wohl doch noch am nächsten.
Das Stück baut sich hintergründig aus einem sehr sanftmütig geratenen Klanggewebe heraus auf, das mit einem dezent angelegten Chorstimmeneffekt verschwimmt und von hellklingenden, xylophonähnlichen Tonfolgen sparsam begleitet wird. Ein außerordentlich zartfühlender Stimmungsentwurf, dem eine überirdische Aura anhaftet, wodurch allerdings die Grenze zum Kitsch sehr nahe gerückt ist. Die kühle Leichtigkeit seiner Komposition und die puristische Auslegung dessen, was Ambient im Kern eigentlich bewirken soll (mentale Ausgeglichenheit in Wechselwirkung mit der atmosphärisch aufgewerteten Umgebung), bewahrt Johnson jedoch gerade noch einmal vor süßlicher Verunglimpfung.
Mag sein, dass James Johnson bei dieser Arbeit von Brian Eno´s Werk „Thursday Afternoon“ beeinflußt war, das in Struktur und Ausdruck ganz ähnlich konzipiert ist wie „Entering Twilight“ und bereits 1985 auf CD veröffentlicht wurde. Das ebenfalls 60-minütige Stück, das sich eng an vorangegangene Gemeinschaftsarbeiten mit Harold Budd lehnt, ist gesamtheitlich etwas melancholischer geraten, entfaltet einen persönlicheren Charme und ist hintergründig vielschichtiger variiert worden als die ein wenig glatt und gelackt wirkende Produktion von Johnson.“ Dagegen suggeriert „Entering Twilight“ beschauliche Ruhe und unberührte Schönheit, wodurch das Werk eine sehr gefühlsbetonte Ausstrahlung entfacht.
Alles in allem sprüht dieses Soloalbum von James Johnson nicht gerade vor Ideenreichtum, entwickelt aber aufgrund der geradlinigen Ausrichtung eine sinnlich entspannende Wirkung, wodurch diese CD noch als annehmbar gewertet werden kann.
Interessanter und somit empfehlenswerter sind dagegen seine veröffentlichten Arbeiten mit Ambient-Größen wie Ma Ja Le, Vir Unis oder Robert Scott Thompson, die jedoch vornehmlich auf Johnson´s Stamm-Label Zero Music erschienen sind. Stephan Behn (14.10.2001)

Tracklist:

Entering Twilight (66.00)

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