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„The
Light Beyond“ ist bereits das 6. Soloalbum von Jeff
Pearce und nach „Daylight Slowly“ (´98) und „To
The Shores Of Heaven“ (2000) das 3. von ihm, das auf
Hypnos veröffentlicht wurde.
Im Vergleich zu seinen Ambient-Kollegen zeichnet Pearce
insbesondere aus, dass er ausschließlich mit stark
modifizierten E-Gitarren arbeitet, die von ihm nicht in
der charakteristischen Spielweise betätigt werden und
deren Klangstruktur sich so von elektronischem Equipment
der üblichen Sorte in keinster Weise mehr
unterscheidet.
Das Material zu „The Light Beyond“ wurde anläßlich
eines Studio-Auftritts in der legendären Radiosendung
„Star´s End“ mitgeschnitten. Eine Sendung in der
ausschließlich und ohne Unterbrechung Ambient und
Ambient-Verwandtes aus dem Elektronik-Metier zu hören
ist und in Philadelphia seit 25 Jahren in der Zeit von
Samstag Nacht 01:00 Uhr bis Sonntag Morgen 06:00
ausgestrahlt wird (www.starsend.org).
Ursprünglich nur als vager Vorgeschmack auf sein neues
Album gedacht, entschied sich Pearce im Nachhinein die
Aufnahmen nicht noch einmal zu überarbeiten, sondern
alles so zu belassen wie es ist. Laut Covertext gäbe es
keinen Anlaß irgendetwas verbessern zu wollen, hinzuzufügen
oder wegzulassen. Alles was er mit seiner Musik ausdrücken
wolle, sei hier bereits erfasst.
Nun gut, in Amerika haben sich die Kritiker bereits überschlagen
und feiern Pearce als einen der wichtigsten Vertreter
diese Genres. Seine etwas konturlosen und gleichförmig
verlaufenden Soundschöpfungen sind ohne Frage von hoher
Transparenz und eleganter Leichtigkeit. Sie verkörpern
glanzvolle Helligkeit und sind mit einem transzendenten
Anstrich behaftet, was schon der Albumtitel ohne Zweifel
zu verstehen gibt. Die etwas unausgewogenen Titellängen
(4, 7, 43 und 2 Minuten) spiegeln sich allerdings auch
in der Musik wieder. Während Pearce den ersten beiden
Stücken mit perkussivähnlichen Mustern noch eine
gewisse Substanz anheftet, verliert sich sein
lichtvolles Klanggeflecht für die restlichen 45 Minuten
im richtungslosen Raum. Die sich endlos übereinanderlagernden
Figuren erhalten keine zusätzlichen Akzente und
entwickeln dadurch ein sicher nicht ungewolltes, übersinnlich
meditatives Eigenleben. Eine bestimmt nicht
uninteressante Herangehensweise, die von Pearce mit
hohem Anspruch sehr konsequent und subtil gemeistert
wurde, im Ergebnis aber „nur interessierten“ Hörern
wahrscheinlich zu wenig Abwechslung bietet und daher
voraussichtlich einem Publikum von Spezialisten
vorbehalten bleibt.
Stephan Behn (20.08.2001)
Tracklist:
Migration Of Souls (04.34)
Across The Infinite Sea (07.20)
A Farther Shore (43.46)
The Light Beyond (02.19) |