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Hypnose-Gründer
Mike Griffin hat sich bei dieser Arbeit mit Dave Fulton
zusammen getan, dessen Stammformation Dweller At The
Threshold insbesondere in der amerikanischen EM-Szene
schon einige Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte. Nach
„No Boundary Condition“ (´96) und “Generation /
Transmission / Illumination” (´98) ist mit „Ouroborus“in
diesem Jahr nun zum ersten Mal ein DATT-Album auf dem
Hypnos-Sublabel Binary erschienen.
Im Vergleich zu anderen Künstlern, die bei Hypnos unter
Vertrag stehen, bewegen sich Dweller At The Threshold
eher auf konventionellerem Elektronik-Terrain.
Allerdings auf hohem Niveau, was den Zusammenschluß
Fultons mit einem Dark Ambient-Spezialisten wie Mike
Griffin zu einem außerordentlich interessanten
Unterfangen werden läßt.
Wie der Albumtitel schon andeutet, entwerfen die beiden
Musiker auf ihrem gemeinsamen Debüt einen (inter-)
stellaren Soundkosmos, dessen spacelastige Impressionen
ein für Ambient-Verhältnisse ungewöhnlich heterogenes
Gesamtgefüge ergeben. Die Aufnahmen besitzen ein sehr
dichtes Fundament, das von Griffin aus massig schwerfließenden,
mitunter bedrohlich dunkel gehaltenen Drones heraus aufgebaut wurde. Darüber bewegen sich phasenweise
abstrakt gehaltene, teils pochend pulsierende
Sequenzerstrukturen, die wie unerklärliche Signale aus
dem unendlichen Raum zu kommen scheinen, um dann auf
ebenso rätselhafte Weise wieder zu verschwinden.
Leichtere, weitschweifige sowie heller wirkende
Klangfiguren verspannen nicht nur die wuchtigen und
blutleeren Soundschöpfungen, sondern geben ihnen auch
eine emotionale Komponente, wobei skizzenhaft und kaum
wahrnehmbar eingestreute Effekte das sphärische Raumgefühl
verstärken und den Eindruck von Science Fiction
vervollständigen.
Mike Griffin und Dave Fulton ist mit „The Most Distant
Point Known“ ein sehr bildhaftes Werk gelungen, das in
dichter Konsistenz und mit kontrastreichen Konturen die
Gefühle und Phantasie des Hörers anspricht.
Schwerelose Räume, grenzenlose Weiten und astrale Phänomene
werden akustisch inszeniert und atmosphärisch mit einer
Mixtur aus Unbehagen, Kälte und Verlassenheit
aufbereitet ohne seelenlos zu wirken.
Schade nur, dass die beiden Künstler keinen Wert darauf
gelegt haben ihren Entwürfen einen Verbund zu geben.
Die Aufnahmen wurden zum Teil etwas unmotiviert
ausgeblendet bzw. holprig aneinandergekettet und auch
die mehr oder weniger improvisierte Entstehungsweise
hinterließ ihre Spuren. Trotz aller Professionalität
wirkt so manches doch noch ein wenig spröde und
unausgegoren. Ohne Zweifel besitzt „The Most Distant
Point Known“ jedoch ein hohes Maß an Spannung und
Ausdrucksstärke und hätte( 20 Jahre eher entstanden)
als Untermalung zu „Alien“ auch Star-Regisseur
Ridley Scott überzeugt. Stephan Behn (02.11.2001)
Tracklist:
Tectonic (08.28)
Lithospheric Flux (06.33)
Source O All Gravity (08.35)
Opposite Horizon (06.36)
Dark Observer (05.56)
Quadrature Phase 1 (09.39)
Quadrature Phase 2 (09.29)
Quadrature Phase 3 (07.46)
Curved Beyond Zero (03.18) |