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M. Griffin & D. Fulton: The Most Distant Point Known

Stilrichtung: Dark Ambient

Hypnos, UPC 75390-71254-29 (2000)

Musiker: Mike Griffin und Dave Fulton (electronics)

Hypnose-Gründer Mike Griffin hat sich bei dieser Arbeit mit Dave Fulton zusammen getan, dessen Stammformation Dweller At The Threshold insbesondere in der amerikanischen EM-Szene schon einige Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte. Nach „No Boundary Condition“ (´96) und “Generation / Transmission / Illumination” (´98) ist mit „Ouroborus“in diesem Jahr nun zum ersten Mal ein DATT-Album auf dem Hypnos-Sublabel Binary erschienen.
Im Vergleich zu anderen Künstlern, die bei Hypnos unter Vertrag stehen, bewegen sich Dweller At The Threshold eher auf konventionellerem Elektronik-Terrain. Allerdings auf hohem Niveau, was den Zusammenschluß Fultons mit einem Dark Ambient-Spezialisten wie Mike Griffin zu einem außerordentlich interessanten Unterfangen werden läßt.
Wie der Albumtitel schon andeutet, entwerfen die beiden Musiker auf ihrem gemeinsamen Debüt einen (inter-) stellaren Soundkosmos, dessen spacelastige Impressionen ein für Ambient-Verhältnisse ungewöhnlich heterogenes Gesamtgefüge ergeben. Die Aufnahmen besitzen ein sehr dichtes Fundament, das von Griffin aus massig schwerfließenden, mitunter bedrohlich dunkel gehaltenen Drones heraus aufgebaut wurde. Darüber bewegen sich phasenweise abstrakt gehaltene, teils pochend pulsierende Sequenzerstrukturen, die wie unerklärliche Signale aus dem unendlichen Raum zu kommen scheinen, um dann auf ebenso rätselhafte Weise wieder zu verschwinden. Leichtere, weitschweifige sowie heller wirkende Klangfiguren verspannen nicht nur die wuchtigen und blutleeren Soundschöpfungen, sondern geben ihnen auch eine emotionale Komponente, wobei skizzenhaft und kaum wahrnehmbar eingestreute Effekte das sphärische Raumgefühl verstärken und den Eindruck von Science Fiction vervollständigen.
Mike Griffin und Dave Fulton ist mit „The Most Distant Point Known“ ein sehr bildhaftes Werk gelungen, das in dichter Konsistenz und mit kontrastreichen Konturen die Gefühle und Phantasie des Hörers anspricht. Schwerelose Räume, grenzenlose Weiten und astrale Phänomene werden akustisch inszeniert und atmosphärisch mit einer Mixtur aus Unbehagen, Kälte und Verlassenheit aufbereitet ohne seelenlos zu wirken.
Schade nur, dass die beiden Künstler keinen Wert darauf gelegt haben ihren Entwürfen einen Verbund zu geben. Die Aufnahmen wurden zum Teil etwas unmotiviert ausgeblendet bzw. holprig aneinandergekettet und auch die mehr oder weniger improvisierte Entstehungsweise hinterließ ihre Spuren. Trotz aller Professionalität wirkt so manches doch noch ein wenig spröde und unausgegoren. Ohne Zweifel besitzt „The Most Distant Point Known“ jedoch ein hohes Maß an Spannung und Ausdrucksstärke und hätte( 20 Jahre eher entstanden) als Untermalung zu „Alien“ auch Star-Regisseur Ridley Scott überzeugt. Stephan Behn (02.11.2001)

Tracklist:

Tectonic (08.28)
Lithospheric Flux (06.33)
Source O All Gravity (08.35)
Opposite Horizon (06.36)
Dark Observer (05.56)
Quadrature Phase 1 (09.39)
Quadrature Phase 2 (09.29)
Quadrature Phase 3 (07.46)
Curved Beyond Zero (03.18)

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