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Ma
Ja Le & Vir Unis: Imaginarium
Stilrichtung:
Ambient, mit Ethno-Einflüssen
Mirage, MIR 303 (1998)
Musiker: Chris Short (gt, fl.,electronics,
akustische Instrumente), Paul Vnuk, jr. (electronics,
perc., akustische Instrumente), Vir Unis (electronics,
perc.), Steve Roach, teilw. (didjeridu, perc.
electronics) |
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Nach
ihrer gemeinsamen Live-Einspielung mit James Johnson auf
„Live Under A Harvest Moon“ stellt sich das
amerikanische Ambient-Duo Ma Ja Le (Chris Short –
Gitarre / Paul Vnuk – Tasten) nun auf „Imaginarium“
in seiner Zusammenarbeit mit Vir Unis vor, der bereits
in Kollaboration mit Steve Roach auf „Body Electric“
seinen CD-Einstand absolvierte.
„Imaginarium“, ein Ort an dem laut Cover-Information
neue Schall-Welten erfahren werden können, wurde neben
den 3 Musikern auch von Steve Roach produziert. Sämtliche
Aufnahmen wurden bereits im Jahr `97 kreiert und in
Roach´s inzwischen berühmt gewordenem Timeroom-Studio
in Tucson/Arizona ergänzt sowie neu abgemischt.
Konzeptionell erinnert die unterschiedliche Ausführungsart
der 9 Titel ein wenig an frühere Co-Produktionen von
Steve Roach mit Robert Rich oder Suspended Memories. So
werden dann auch die ersten drei Titel auf „Imaginarium
nur allzu deutlich von Roach´s Handschrift getragen und
sind gekennzeichnet durch den weltmusikalischen Einfluß
amerikanischer und australischer Ureinwohner mit
weitschweifigem, im Ambient-Jargon als Drones
bezeichnetem Soundgewebe sowie behäbig ausgestalteten
percussiven Elementen und der wohl unvermeidlichen Didjeridoo-Beschallung.
Solide ausgearbeitet und durchgängig hörbar, doch mit
hohem Wiedererkennungswert.
Anders verhält es sich mit den beiden nachfolgenden
Titeln: Im Titelstück wird das mit elektronischen und
akustischen Instrumenten ethnischen Ursprungs dominierte
Arbeitsfeld amerikanischer und kanadischer Ambient-Künstler
um das feinsinnige Gitarrenspiel von Chris Short
bereichert. Anders als bei Roger King auf der mit Steve
Roach zusammen eingespielten CD „Dust To Dust“,
beeindruckt Short durch eine sehr filigrane dünnhäutige
Komponente in seinem Spiel, die im Ausdruck vielleicht
noch am ehesten mit Werken des Jazz-Gitarristen Ralph
Towner zu vergleichen wäre.
Der folgende Titel „Shingon“ gehört ebenfalls zu
den Glanzstücken auf diesem Album. Diffizile
Klangformen mit Einflüssen aus dem musikalischen
Kulturgut Japans/Chinas entwickeln auf zurückhaltende
Weise ein sehr meditatives und zugleich sinnliches
Akustik-Ambiente. Dabei wird die klare durchlässige
Instrumentierung stellenweise asketisch minimalisiert
und verbreitet eine feierliche, fast heilige Stille.
In „Incrompehensible Love“, mit fast 11 Minuten das
längste Stück auf dieser CD, lösen sich
Ma Ja Le / Unis dann vollständig von ihren urvölkischen
Vorbildern und lassen ihr schwereloses Soundgeflecht in
undefinierbarer Weite seicht und ausladend dahinziehen.
Zum Abschluß wird dann auf dem sehr ausdrucksvollen „Fire
Walkers“ Steve Roach noch einmal um Unterstützung
gebeten, der hier mit einer sehr wuchtig treibenden Rhythmik
dem Stück einen druckvollen Anstrich verleiht.
Fazit: Ma Ja Le / Unis demonstrieren auf ihrem
gemeinschaftlichem Debüt ein durchgängig hohes Niveau.
Ihr Potential an Selbstverständnis und Eigenständigkeit
ist jedoch mehr als ausreichend, um in Zukunft den
einengenden Roach-Ballast endgültig über Bord zu
werfen und ihren Ambient-Kreationen ein verstärktes Maß
an Individualität beizufügen. Insbesondere sei dabei
am Schluß noch einmal auf die sensiblen Gitarrenklänge
von Chris Short hingewiesen, die in nachfolgenden
Produktionen unbedingt vordergründiger eingesetzt und
intensiviert werden müssen.
Stephan Behn (22.08.2000)
Tracklist:
Passionate Lava (09.00)
Blue (7.41)
Falling Sky (05.15)
Imaginarium (06.39)
Shingon (09.51)
Spiritual Diving (07.23)
Red Moon At Kayenta (07.29)
Incromprehensible Love (10.41)
Fire Walkers (09.43)
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