Zur Startseite

Patrick Kosmos: Lucid Dreams

Stilrichtung: Ambient, teilw. mit Rhythmik unterlegt

Invisible-Shadows, ISCD 030009 (2000)

Musiker: Patrick Kosmos (electronics)

Wie schon vor ihm Robert Rich, der Anfang der achtziger Jahre seine legendären “Sleep-Concerts” veranstaltete, hat sich auch Patrick Kosmos auf seinem letzten Werk dem Thema des luziden Träumens angenommen (der Traumzustand, bei dem sich der Schlafende bewußt wird, daß er träumt). Die gesamte Aufnahme besteht aus nur 2 Titeln von jeweils mehr als einer halben Stunde Dauer; aufgenommen während eines Open-Air-Konzerts zu nachtschlafender Zeit in den Flämischen Ardennen am 14.08.98 anläßlich des damals zu erwartenden Sternschnuppenregens.
Im Gegensatz zu früheren Aufnahmen von Patrick Kosmos ist auf diesem Album über eine Distanz von mehr als 70 Minuten ein einheitliches Stimmungsbild mit transzendentem Charakter zu erleben. Die Musik wurde von Kosmos außerordentlich feinfühlig mit einer sehr raumbetonten Klangatmosphäre arrangiert. Sanft dahingleitende weiträumige Klangfiguren, die wie transparente Schleier das Ohr des Hörers streichen und irgendwo im Nichts wieder verschwinden, verleihen den beiden Stücken eine besinnliche, fast gedankenverlorene Grundstimmung. Die Verwendung von charakteristischen Klangformen asiatischer Instrumente sowie eingestreute Glocken-, Glöckchen- und triangelähnliche Töne verbreiten zudem eine fernöstliche Atmosphäre mit sehr naturnahem und friedvollem Flair. Sparsam eingesetzte perkussive Elemente bewahren dagegen Bodenständigkeit und Orientierung.
Im Vergleich zu Ambient-Produktionen anderer Kollegen zeichnet beide Aufnahmen eine fortschreitende Entwicklung im Aufbau aus, bei der nachvollziehbar bleibt, warum für beide Titel eine Länge von mehr als 30 Minuten benötigt wird. Der fließende Übergang von einem Stück zum anderen vervollständigt zudem die musikalische Umsetzung eines bewußtseinserweiternden Traumzustandes als durchgängige Phase ohne störenden Leerlauf.
Mit „Lucid Dreams“ ist Kosmos ein sehr persönliches und eindringliches Album gelungen, das in Ausdruck und Qualität schon sehr nahe an Thom Brennan´s Meisterwerk „Mountains“ heranreicht.
Zum Schluß sei noch angemerkt, daß dem Interessierten auf dem Innencover einige Internet-Adressen angeboten werden, über die nähere Informationen zum luziden Träumen eingeholt werden können. Stephan Behn (26.07.2000)

Tracklist:

Lucid Dreams (34.32)
Rapa Nui (39.37)

WEITERE CD-TIPPs FINDEN SIE HIER!