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Nach
den beiden etwas eigensinnigen Alben „A Bridge Too
Far“ und „Gulf“ aus eigener Produktion, nun wieder
ein Album in gewohnt anspruchsvoller RMI-Manier.
Alle Titel wurden improvisiert eingespielt, bis auf „Plastered
in Paris“. Dieses Stück war auch schon auf „A
Bridge Too Far“ vertreten und erinnert mich leidlich
an das leider nur mäßig mitreißende Konzert auf dem
KLEM-Tag ´97 in Nijmegen, das auf dieser CD verewigt
wurde.
„Blakey Ridge“ ist eine düstere, 19-minütige
Soundcollage ohne Rhythmus, die an die „Pink Years“
TD´s erinnert und als Fortsetzung zu dem eher in der
experimentellen Ecke angesiedeltem Album „Gulf“
gesehen werden kann.
Die übrigen 5 Titel sind „Berliner Schule“ pur und
im typischen Dreisatz aufgebaut (Intro - Sequenzerteil -
Ausklang). Die drei Musiker Duncan Goddard, Steve
Dinsdale und Gary Houghton spielen dabei jeweils auf den
Instrumenten, mit denen sie auch auf der Bühne zu sehen
sind. Live-Situation im Studio also.
Natürlich drängt sich bei RMI immer wieder der
Vergleich zu Tangerine Dream der 70er Jahre auf. In der
fast schon obligatorischen Dreierbesetzung mit Gitarre
und elektronischen Instrumenten hätte dieses Album auch
vor 25 Jahren in einem TD-Studio eingespielt worden sein
können.
Die Musiker überzeugen durch ein gekonntes Miteinander
und ergänzen sich im spontanen Zusammenspiel mit
Gitarre, Sequenzer und Synthesizer zu einer wirklichen
Einheit.
Darüber hinaus halten die Drei immer noch jedem
Vergleich mit den meisten anderen Vertretern der
EM-Szene, die ihre Musik mit ausgefeilten Arrangements
im Studio komponieren, ohne weiteres stand.
Alle Stücke lassen den typischen RMI-Stil erkennen und
doch ist kein Titel wie der andere. Immer wieder
entstehen neue und spannende Soundgebilde, die im Laufe
eines Stückes von abwechslungsreichen Sequenzerläufen
unterlegt werden. Das manchmal etwas rauhe, aber nie in
Streß umschlagende E-Gitarren-Spiel verleiht der Musik
darüber hinaus die unverkennbare Note und schlägt
dabei fast unmerklich die Brücke zwischen Elektronik
und „konventioneller“ Rockmusik.
Waren „A Bridge Too Far“ und „Gulf“ doch eher
etwas für Sammler, so wird einmal wieder kein
TD-Nostalgiker und Freund von langen
sequenzerdurchzogenen Stücken an dieser neuesten
RMI-Veröffentlichung vorbei kommen. Stephan
Behn (26.02.1999)
Tracklist:
CD1
Plastered In Paris (17.07)
Rite Of Spring (17.13)
Borrowed Atoms (16.05)
Horizon (18.37)
CD2
Build
(30.27)
Blakey Ridge (19.30)
30 Years (16.21) |