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Ramp: Frozen Radios

Stilrichtung: Berliner Schule

Selbstverlag ramp 002 (2000)

Musiker: Frank Makowski (electronics), Steve Parsick (electronics) sowie Gäste: Jens Peschke und Lambert Ringlage

Eigentlich hätten diese CD und das Debüt „Nodular“ vom Elektronik-Duo Parsick / Makowski auch als Doppel-Pack erscheinen können. Wie schon beim genannten Vorgängeralbum, wurde keines der Stücke eigens für „Frozen Radios“ kreiert. Die Aufnahmen stammen dieses Mal von 3 Konzerten aus den Jahren ´96, ´98 und ´99 (Alpha-Centauri-Festival) und wurden wierder in einem ausgewogenem Verhältnis von flächenhaft gezogenen Soundcollagen und Abschnitten rauschender Sequenzerkaskaden zusammengestellt.
Deutlicher jedoch als beim Erstlingswerk, werden auf dem Nachfolgealbum Grenzen und Schwächen der Improvisationskunst aufgedeckt. Die schnellpulsierenden Sequenzerpassagen sind wie immer mit spannungsvollem Esprit beseelt, erfahren aber im weiteren Verlauf keine richtige Steigerung und werden lediglich von improvisierten Synthisoli und gedehntem Soundgewabere begleitet. Trotz bemerkenswerter Ansätze, bleiben somit die Möglichkeiten eines rhythmusbetonten Elektronikteppichs unausgeschöpft. Ein präzise und mit Bedacht ausgearbeiteter Aufbau hätte den Stücken mehr Kraft verliehen und so etwas wie Faszination entfachen können.
Das Wesen der reinen und unverfälschten Berliner Schule (diesen Anspruch haben Ramp) ist es nun einmal, in einem dreiteiligen Aufbau den Hörer
1. in einem einleitenden Intro einzustimmen und zu sensibilisieren,
2. im sequenzerunterstützten Herzstück leicht anzuheben und davonzutragen und
3. im ausklingenden Schlußteil wieder sanft abzusetzen und auszuleiten.
Dem stimulierendem Mittelteil kommt dabei eine besondere Bedeutung zu und wird leider, auch bei anderen Interpreten, oftmals nicht akribisch und ideenvoll genug bearbeitet. Ein wenig mehr Mühe und Fingerspitzengefühl bewirken da so manches Mal schon Wunder.
Dennoch, „Frozen Radios“ ist kein schlechtes Album und für BS-Freunde ohnehin ein Muß. Es wäre nur wünschenswert, Parsick und Makowski würden auf ihrer nächsten CD nicht wieder in die Live-Mottenkiste greifen, sondern konzeptionell ein völlig neues, eigenständiges Werk entstehen lassen. Beide Musiker haben das Talent, in diesem wiederentdeckten Genre Maßstäbe zu setzen; Das wurde bereits auf ihrem Debüt mehr als offensichtlich. Um die wirklich magischen Momente entstehen zu lassen, sollten sich Ramp allerdings dazu entschließen, ihre Fähigkeiten intensiver für durchdacht ausgeklügelte Kompositionen einzusetzen. Ein Platz in der aller ersten Riege nostalgisch orientierter E-Musiker wäre ihnen sicher. Stephan Behn (27.09.2000)

Tracklist:

Fridge (06.55)
Frozen Radios (10.06)
Drowned (03.06)
Din´s In The Dale, Steve (11.27)
Damage (09.39)
Dissolution (12.06)
Hybernation (20.19)

Weitere empfehlenswerte CDs:

Nodular (1998)

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