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Eigentlich
hätten diese CD und das Debüt „Nodular“ vom
Elektronik-Duo Parsick / Makowski auch als Doppel-Pack
erscheinen können. Wie schon beim genannten Vorgängeralbum,
wurde keines der Stücke eigens für „Frozen Radios“
kreiert. Die Aufnahmen stammen dieses Mal von 3
Konzerten aus den Jahren ´96, ´98 und ´99 (Alpha-Centauri-Festival)
und wurden wierder in einem ausgewogenem Verhältnis von
flächenhaft gezogenen Soundcollagen und Abschnitten
rauschender Sequenzerkaskaden zusammengestellt.
Deutlicher jedoch als beim Erstlingswerk, werden auf dem
Nachfolgealbum Grenzen und Schwächen der
Improvisationskunst aufgedeckt. Die schnellpulsierenden
Sequenzerpassagen sind wie immer mit spannungsvollem
Esprit beseelt, erfahren aber im weiteren Verlauf keine
richtige Steigerung und werden lediglich von
improvisierten Synthisoli und gedehntem Soundgewabere
begleitet. Trotz bemerkenswerter Ansätze, bleiben somit
die Möglichkeiten eines rhythmusbetonten
Elektronikteppichs unausgeschöpft. Ein präzise und mit
Bedacht ausgearbeiteter Aufbau hätte den Stücken mehr
Kraft verliehen und so etwas wie Faszination entfachen können.
Das Wesen der reinen und unverfälschten Berliner Schule
(diesen Anspruch haben Ramp) ist es nun einmal, in einem
dreiteiligen Aufbau den Hörer
1. in einem einleitenden Intro einzustimmen und zu
sensibilisieren,
2.
im sequenzerunterstützten Herzstück leicht
anzuheben und davonzutragen und
3.
im ausklingenden Schlußteil wieder sanft
abzusetzen und auszuleiten.
Dem stimulierendem Mittelteil kommt dabei eine besondere
Bedeutung zu und wird leider, auch bei anderen
Interpreten, oftmals nicht akribisch und ideenvoll genug
bearbeitet. Ein wenig mehr Mühe und Fingerspitzengefühl
bewirken da so manches Mal schon Wunder.
Dennoch, „Frozen Radios“ ist kein schlechtes Album
und für BS-Freunde ohnehin ein Muß. Es wäre nur wünschenswert,
Parsick und Makowski würden auf ihrer nächsten CD
nicht wieder in die Live-Mottenkiste greifen, sondern
konzeptionell ein völlig neues, eigenständiges Werk
entstehen lassen. Beide Musiker haben das Talent, in
diesem wiederentdeckten Genre Maßstäbe zu setzen; Das
wurde bereits auf ihrem Debüt mehr als offensichtlich.
Um die wirklich magischen Momente entstehen zu lassen,
sollten sich Ramp allerdings dazu entschließen, ihre Fähigkeiten
intensiver für durchdacht ausgeklügelte Kompositionen
einzusetzen. Ein Platz in der aller ersten Riege
nostalgisch orientierter E-Musiker wäre ihnen sicher.
Stephan Behn (27.09.2000)
Tracklist:
Fridge
(06.55)
Frozen Radios (10.06)
Drowned (03.06)
Din´s In The Dale, Steve (11.27)
Damage (09.39)
Dissolution (12.06)
Hybernation (20.19)
Weitere
empfehlenswerte CDs:
Nodular (1998) |