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Nach
„Redshift“ und „Ether“ erschien pünktlich zum
Auftritt beim Alpha-Centauri-Festival am
10.04.99 in Huizen das neue Album „Down Time“ von
Mark Shreeve und seiner Formation Redshift. Für mich
persönlich das gelungenste Konzert an diesem Tag, denn
in dem gut einstündigen Gig wurde dem Publikum ein
abwechslungsreiches Programm aus ruhigen Passagen,
Sequenzerphasen und rockigen Elementen geboten, was die
Besucher dann auch mit viel Beifall und der Forderung
nach einer Zugabe quittierten (nicht immer selbstverständlich
auf Festivals dieser Art).
Erwartungsgemäß orientierte sich die
Materialzusammenstellung für ihren Auftritt
schwerpunktmäßig an den beiden bereits bekannten
Alben. Trotz übermenschlicher Maschinerie (Mark Shreeve
mußte (!) fast das gesamte Konzert über im Stehen
absolvieren, um alle Stecker, Schieber, Schalter,
Hebelchen, Rädchen und Knöpfchen seines Equipments
bedienen zu können), blieben Redshift dann auch überwiegend
an ihrem bereits unverwechselbar gewordenen
Sequenzerrhytmus kleben. Eine musikalische Entwicklung
war daher während des Konzertes weniger zu bemerken,
als auf ihrer neuen CD.
Düsterer und ansatzweise rockiger als die beiden Vorgängeralben,
mit Rückbesinnung auf kürzere Stücke; so präsentieren
sich Redshift dem Elektronik-Liebhaber der alten Schule
im Jahr 1999.
Die mit einem straffen, harten Beat unterlegten Stücke
„Mania“ und „All Things Bright“ (war auch live
zu hören) machen hier den Kurswechsel ganz besonders
augenfällig. Das restliche Material auf dieser CD
entspricht ungefähr den Erwartungen, die sich aus dem
Gehörten der beiden anderen Platten ergeben; nur, wie
bereits erwähnt, stellenweise dunkler und weniger
ausladend.
Dennoch, auch wenn dieses Werk seinen Vorgängern etwas
hinterherhinkt, so ist es doch Leuten wie Mark Shreeve
zu verdanken, das die schon seit langer Zeit
totgeglaubte klassische „Berliner Schule“ der 70er
Jahre vor einigen Jahren eine neue Renaissance erleben
durfte. Ein Umstand, den sicher viele EM-Fans der ersten
Generation mit Zufriedenheit registriert haben dürften.
Insofern ist „Down Time“, trotz einiger Schwächen
(Inkonsequenzen in Bezug auf die eingeschlagene
Stilrichtung), immer noch ein hörenswertes Album
geworden; Prädikat: noch empfehlenswert
In Zukunft würde ich mir allerdings wünschen, weniger
Anonymität und mehr Information auf dem CD-Cover
vorzufinden. Auf „Down Time“ werden noch nicht
einmal mehr die mitwikenden Musiker gewürdigt. Eine
Unart, die leider auch bei Veröffentlichungen anderer
Interpreten immer mehr Schule macht. Stephan Behn
(16.04.1999)
Tracklist:
Nails (14.58)
Ultranaut (07.50)
Mania (06.08))
High Noon (06.49)
All Things Bright (06.57)
Protoland (06.03)
Down Time (11.42)
Weitere
empfehlenswerte CDs von Redshift:
Redshift (1996)
Ether (1997) |