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Robert Rich: Inner Landscapes

Stilrichtung:Ambient / Deep Ambient

Hypnos, UPC 75390-71229-23 (1999)

Musiker: Robert Rich (electronics, fl., lap steel guitar)

Von der immer größer werdenen Schar an Musikern, die sich dem Ambient-Genre verschrieben haben, gehört Robert Rich unbestritten zur allerersten Garde. Ein Status, den er mit jeder weiteren Veröffentlichung in zunehmenden Maße festigt. Interessierte, die gern mehr über sein umfangreiches Werk erfahren möchten, sei daher ein Blick auf seine web-site (www.robertrich.com) empfohlen, die ein detailiertes Gesamtverzeichnis all seiner Arbeiten enthält.
Neben „Sunyata“, „Trances“ und „Drones“ ist „Inner Landscapes“ mitlerweile die vierte Wiederveröffenlichung aus seiner Frühphase in den ´80ern. Im Gegensatz zu den erstgenannten Alben, dokumentiert „Inner Landscapes“ bereits einen Fortschritt in Rich´s Entwicklung, der allerdings weniger im Musikalischen, als vielmehr in der Präsentation begründet liegt. Das Material zu dieser CD, das 1985 während eines Konzertes mitgeschnitten wurde, ist von Rich selektiert und in Teilen nachbearbeitet worden.
Rich hatte sich bereits Mitte der ´80er von seinen neunstündigen „Sleep-concerts“ verabschiedet und seine Auftritte auf ein dreistündiges, rein improvisiertes Event reduziert. Den 74-minütigen Zusammenschnitt für „Inner Landscapes“ hat er so gewählt, dass zum Einen die Durchgängigkeit der Stücke erhalten blieb und zum Anderen Anfang und Schluß einen rahmenhaften Eindruck ergeben, so dass mit diesem Album folglich eine minimierte Variante seiner 3-Stunden-Darbietung entstanden ist.
Stilistisch sind die Aufnahmen von seinen bekannteren Arbeiten aus den späten Neunzigern kaum zu unterscheiden und haben eine Intensität, die eigentlich nicht mehr zu übertreffen ist. Wie schon bei früheren Arbeiten hat Rich auch dieses Mal seinen Improvisationen über weite Strecken eine zirpende Natur-Kulisse untergeschoben, die er fortwährend mit künstlichen Effekten geschickt verändert. Seinem raumgreifenden Akustikgewebe verleiht er dadurch nicht nur Halt und Spannung, sondern auch ein organisches Profil, das eine pulsierende Kraft entwickelt. Darüber breiten sich in den ersten 20 Minuten weiträumig angelegte Klangmuster, die in vollendeter Weise eine starke Anziehungskraft ausüben und in ihrer markanten Ausgestaltung ein fast schon greifbares Hörerlebnis bewirken. Die hohe Plastizität wird im Mittelteil von den tiefklingenden Tönen asiatischer Blasinstrumente fortgesetzt, die sich mit langanhaltenen Nachhalleffekten in gestreckter Weise übereinanderlagern und eine prachtvoll sinnliche Stimmung entfalten. Unter stetiger Reduktion gelingt es Rich nach und nach eine tiefe Ruhe zu erzeugen, um dann am Ende erneut mit schwebenden Elementen einen würdigen Abschluß zu finden.
In Tradition seiner „Sleep Concerts“ ist dem damals 22-jährigen Ambient-Pionier mit „Inner Landscapes“ ein herausragendes Frühwerk gelungen, das alles andere als eine einschläfernde Wirkung verbreitet. Ein Akustik-Ambiente, das lebt - atmend, dicht und energiegeladen.
Eine Arbeit, die die Spitzenposition von Robert Rich unterstreicht und ihn darüber hinaus in dieser Kunstrichtung als Visionär auszeichnet. Stephan Behn (24.10.2001)

Tracklist:

Part 1 (13.22)
Part 2 (11.20)
Part 3 (08.14)
Part 4 (13.25)
Part 5 (07.09)
Part 6 (02.21)
Part 7 (09.21)
Part 8 (08.43)

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