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Von der
immer größer werdenen Schar an Musikern, die sich dem
Ambient-Genre verschrieben haben, gehört Robert Rich
unbestritten zur allerersten Garde. Ein Status, den er
mit jeder weiteren Veröffentlichung in zunehmenden Maße
festigt. Interessierte, die gern mehr über sein
umfangreiches Werk erfahren möchten, sei daher ein
Blick auf seine web-site (www.robertrich.com)
empfohlen, die ein detailiertes Gesamtverzeichnis all
seiner Arbeiten enthält.
Neben „Sunyata“, „Trances“ und „Drones“ ist
„Inner Landscapes“ mitlerweile die vierte Wiederveröffenlichung
aus seiner Frühphase in den ´80ern. Im Gegensatz zu
den erstgenannten Alben, dokumentiert „Inner
Landscapes“ bereits einen Fortschritt in Rich´s
Entwicklung, der allerdings weniger im Musikalischen,
als vielmehr in der Präsentation begründet liegt. Das
Material zu dieser CD, das 1985 während eines Konzertes
mitgeschnitten wurde, ist von Rich selektiert und in
Teilen nachbearbeitet worden.
Rich hatte sich bereits Mitte der ´80er von seinen
neunstündigen „Sleep-concerts“ verabschiedet und
seine Auftritte auf ein dreistündiges, rein
improvisiertes Event reduziert. Den 74-minütigen
Zusammenschnitt für „Inner Landscapes“ hat er so
gewählt, dass zum Einen die Durchgängigkeit der Stücke
erhalten blieb und zum Anderen Anfang und Schluß einen
rahmenhaften Eindruck ergeben, so dass mit diesem Album
folglich eine minimierte Variante seiner
3-Stunden-Darbietung entstanden ist.
Stilistisch sind die Aufnahmen von seinen bekannteren
Arbeiten aus den späten Neunzigern kaum zu
unterscheiden und haben eine Intensität, die eigentlich
nicht mehr zu übertreffen ist. Wie schon bei früheren
Arbeiten hat Rich auch dieses Mal seinen Improvisationen
über weite Strecken eine zirpende Natur-Kulisse
untergeschoben, die er fortwährend mit künstlichen
Effekten geschickt verändert. Seinem raumgreifenden
Akustikgewebe verleiht er dadurch nicht nur Halt und
Spannung, sondern auch ein organisches Profil, das eine
pulsierende Kraft entwickelt. Darüber breiten sich in
den ersten 20 Minuten weiträumig angelegte Klangmuster,
die in vollendeter Weise eine starke Anziehungskraft ausüben
und in ihrer markanten Ausgestaltung ein fast schon
greifbares Hörerlebnis bewirken. Die hohe Plastizität
wird im Mittelteil von den tiefklingenden Tönen
asiatischer Blasinstrumente fortgesetzt, die sich mit
langanhaltenen Nachhalleffekten in gestreckter Weise übereinanderlagern
und eine prachtvoll sinnliche Stimmung entfalten. Unter
stetiger Reduktion gelingt es Rich nach und nach eine
tiefe Ruhe zu erzeugen, um dann am Ende erneut mit
schwebenden Elementen einen würdigen Abschluß zu
finden.
In Tradition seiner „Sleep Concerts“ ist dem damals
22-jährigen Ambient-Pionier mit „Inner Landscapes“
ein herausragendes Frühwerk gelungen, das alles andere
als eine einschläfernde Wirkung verbreitet. Ein
Akustik-Ambiente, das lebt - atmend, dicht und
energiegeladen.
Eine Arbeit, die die Spitzenposition von Robert Rich
unterstreicht und ihn darüber hinaus in dieser
Kunstrichtung als Visionär auszeichnet. Stephan Behn
(24.10.2001)
Tracklist:
Part 1 (13.22)
Part 2 (11.20)
Part 3 (08.14)
Part 4 (13.25)
Part 5 (07.09)
Part 6 (02.21)
Part 7 (09.21)
Part
8 (08.43) |