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Sola Translatio: Mother Sunrise

Stilrichtung: Ambient

Hypnos, UPC 75390-71259-24 (2001)

Musiker: Alio Die und Opium (electronics, field recordings)

Stefano Musso alias Alio Die ist bereits seit mehr als einer Dekade auf dem Ambient-Sektor aktiv und kann so langsam auf eine respektable Discographie mit Veröffentlichungen auf diversen Nischen-Labels verweisen. Nach fruchtbaren Kollaborationen mit Künstlern wie Robert Rich („Fissures“), Antonio Testa („Healing Herb´s Spirit“) und Vidna Obmana („Echo Passage“) hat er sich nun mit seinem italienischem Landsmann Matteo Zini (Opium) zusammengeschlossen, um in der Verknüpfung von synthetischen und rein natürlich entstandenen Tonkreationen einen Klangkosmos zu entwerfen, der die Suche nach Naturbewußtsein und Seelenhaftigkeit in sich birgt. Ihre Musik ist stark impressionistisch beeinflußt und hat das Bestreben ein vitales Klanggemälde zu gestalten, dass in Einklang mit Natur und Umwelt steht und im Ergebnis mit einer sehr sinnlichen Wertigkeit behaftet ist.
Die im Zuge der New-Age-Bewegung so arg strapazierte kompositorische Einbeziehung von Naturgeräuschen gewinnt auf „Mother Sunrise“ einen ganz neuen Stellenwert. Die Aufnahmen sind regelrecht durchtränkt von Wasser, das sich in all seinen Spielarten wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht. Feinfädrig tröpfelnder Regen, gurgelnd plätschernde Gebirgsbäche und rauschend sprudelnde Wasserfälle ergeben eine Art Grundgerüst, das mit weiteren Freiland-Mitschnitten aus Italien und Thailand angereichert wurde. Quirlige Laute nachtaktiver Insekten gehören ebenso dazu, wie eingestreute Stimmfragmente hiesiger Einwohner, denen flächenhaft gedehnte Soundarrangements gegenüber stehen.
Das luftige Soundgewebe suggeriert Transparenz und Helligkeit und wird klanglich mit Anleihen aus dem asiatischen Raum und perkussivähnlichen Samples dezent variiert. Sämtliche Komponenten verschwimmen miteinander ohne zu verwässern und ergeben ein harmonisches Ganzes, das naturverbundene Beschaulichkeit zum Ausdruck bringt.
Die auf dem Frontcover abstrahiert dargestellte Wasseroberfläche ist dabei ein schön gewähltes Motiv, das die musikalische Auseinandersetzung mit unserer natürlichen Umgebung auf gelungene Weise bildlich umsetzt. Ein organischer Klanggarten, der von den beiden Künstlern mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde und zu keinem Zeitpunkt auf kitschige Weise zu verunstalten droht. Stephan Behn (31.07.2001)

Tracklist:

Superior Spells (08.58)
Sadness And Armony (09.06)
Mother Sunrise (13.59)
Awaken Spirits (11.26)
Lullaby For The Desert Moon (05.18)
Entrance Through A Self-Portrait (11.41)
Floating Energies (05.40)
Undercurrent In Castevoli (07.42)

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