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Stefano
Musso alias Alio Die ist bereits seit mehr als einer
Dekade auf dem Ambient-Sektor aktiv und kann so langsam
auf eine respektable Discographie mit Veröffentlichungen
auf diversen Nischen-Labels verweisen. Nach fruchtbaren
Kollaborationen mit Künstlern wie Robert Rich („Fissures“),
Antonio Testa („Healing Herb´s Spirit“) und Vidna
Obmana („Echo Passage“) hat er sich nun mit seinem
italienischem Landsmann Matteo Zini (Opium)
zusammengeschlossen, um in der Verknüpfung von
synthetischen und rein natürlich entstandenen
Tonkreationen einen Klangkosmos zu entwerfen, der die
Suche nach Naturbewußtsein und Seelenhaftigkeit in sich
birgt. Ihre Musik ist stark impressionistisch beeinflußt
und hat das Bestreben ein vitales Klanggemälde zu
gestalten, dass in Einklang mit Natur und Umwelt steht
und im Ergebnis mit einer sehr sinnlichen Wertigkeit
behaftet ist.
Die im Zuge der New-Age-Bewegung so arg strapazierte
kompositorische Einbeziehung von Naturgeräuschen
gewinnt auf „Mother Sunrise“ einen ganz neuen
Stellenwert. Die Aufnahmen sind regelrecht durchtränkt
von Wasser, das sich in all seinen Spielarten wie ein
roter Faden durch das gesamte Album zieht. Feinfädrig
tröpfelnder Regen, gurgelnd plätschernde Gebirgsbäche
und rauschend sprudelnde Wasserfälle ergeben eine Art
Grundgerüst, das mit weiteren Freiland-Mitschnitten aus
Italien und Thailand angereichert wurde. Quirlige Laute
nachtaktiver Insekten gehören ebenso dazu, wie
eingestreute Stimmfragmente hiesiger Einwohner, denen flächenhaft
gedehnte Soundarrangements gegenüber stehen.
Das luftige Soundgewebe suggeriert Transparenz und
Helligkeit und wird klanglich mit Anleihen aus dem
asiatischen Raum und perkussivähnlichen Samples dezent
variiert. Sämtliche Komponenten verschwimmen
miteinander ohne zu verwässern und ergeben ein
harmonisches Ganzes, das naturverbundene Beschaulichkeit
zum Ausdruck bringt.
Die auf dem Frontcover abstrahiert dargestellte
Wasseroberfläche ist dabei ein schön gewähltes Motiv,
das die musikalische Auseinandersetzung mit unserer natürlichen
Umgebung auf gelungene Weise bildlich umsetzt. Ein
organischer Klanggarten, der von den beiden Künstlern
mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurde und zu keinem
Zeitpunkt auf kitschige Weise zu verunstalten droht.
Stephan Behn (31.07.2001)
Tracklist:
Superior Spells (08.58)
Sadness And Armony (09.06)
Mother Sunrise (13.59)
Awaken Spirits (11.26)
Lullaby For The Desert Moon (05.18)
Entrance Through A Self-Portrait (11.41)
Floating Energies (05.40)
Undercurrent In Castevoli (07.42) |