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Sushi Club: Sushidelic & Neo Sashimi

Stilrichtung: Club-Elektronik, Mischung aus Chill Out, Groove sowie Jazz-Elementen und Einflüssen aus Fernost

ELEKTROLUX e110100cd / LC 01175 (1999)
ELEKTROLUX e1001101cd / LC 01175 (2000)

Musiker: Tomio Tremmel (electronics, alle anderen Instrumente)

Die beiden ebenso einfach wie pfiffig gestalteten Papp-Klapp-Cover, der kuriose Projektname und die originellen Album-Titel lassen schon Außergewöhnliches vermuten.
Zeitgemäße Elektronik mit viel Ambient-Club-Format in ansprechendem Nippon-Gewand; so zumindest könnte die Kurzformel lauten, wollte man die Musik des Sushi Clubs aufs Kürzeste definieren. Ein elitärer Club, bei dem es bisher nur einem gewissen Tomio Tremmel gelungen ist, die Aufnahmeprüfung mit Erfolg zu absolvieren. Eine andere Interpretation lassen die spärlich beschrifteten Plattencover jedenfalls nicht zu.
Somit ist davon auszugehen, daß dieser Musiker es ganz allein, ohne die Mithilfe anderer Kollegen, geradezu meisterhaft versteht, kräftige lupenreine Beats in wuchtige Midtempo-Grooves einzufügen und diese mit perfekt ausgearbeiteten Klang-Arrangements zu kombinieren.
Zarte Anleihen aus dem Metier des Acid-Jazz, die in ihrer Verarbeitung vielleicht noch am ehesten mit Gruppen wie Tab Two, Brand New Heavies oder Massive Attack zu vergleichen wären, werden zusammen mit modernen unverbrauchten Rhythmen sowie glasklaren, progressiv anmutenden Stilmitteln mit einer technischen Brillanz ausgestattet, die auch in elektronischen High-Tech-Kreisen ihresgleichen sucht.
Wie schon auf verschiedenen Solo-Werken der ehemaligen Mitglieder des Yellow-Magic-Orchester (Sakamoto, Takahashi, Hosono), wird auch in der Musik vom Sushi Club versucht, trotz allen Fortschritts, mit traditionell eingefärbten Klangstrukturen sowie verfremdeten Stimmen Einheimischer eine herkunftsorientierte Eigenwertigkeit zu erzielen.
Auf Hochglanz poliert, erhebt die Musik somit einen Anspruch auf Design und Eleganz unter Einbindung fernöstlicher Klangkultur und vermittelt gleichzeitig Bilder von Lifestyle, Nightlife und intellektuellem Geist technologisch hochentwickelter Wirtschaftszentren wie Tokyo oder Osaka.
Auf beiden Alben glänzen sämtliche Stücke durch hohen Anspruch und technischen Perfektionismus und bestechen durch ausgefeilte schwungvolle Rhymik sowie effektvoll ausgearbeitete Soundmuster.
Die jeweiligen Spezialitäten von Wolfram Spyra, Andreas Leifeld, Pete Namlook, Kraftwerk und YMO extrahiert und miteinander kombiniert, dann angereichert mit erstklassig ausgestalteten Power-Grooves und verfeinert mit einem Schuß Japan-Flair, ergeben vielleicht Gourmet-Freuden, die der Musik von Tomio Tremmel sehr nahe kommen. Kulinarischer Hochgenuß für Feinkost-verwöhnte Ohren.
Ebenso niveauvolle wie kraftvoll packende Ambient-Club-Elektronik; vom Sushi Club bislang als zweigängiges Feinschmecker-Mahl serviert, das aber gern noch um mehrere Gänge erweitert werden darf.
Guten Appetit wünscht ....
Stephan Behn (09.08.2000)

Tracklist "Sushidelic"

Miso Soup (02.25)
Niku-Jaga (08.01)
Takoyaki (04.53)
Oshinko (07.16)
Hiyashi-Chuuka (04.03)
Sushidelic Phonk Part I (04.12)
Sushidelic Phonk Part II (05.19)
Fish´n´ Fruits (05.17)
Chawan-Mushi (05.36)
Tonkatsu (07.06)
Oyako-Donburi (06.04)
Shabu-Shabu (09.56)
Peanut Cookies (02.25)

Tracklist "Neo Sashimi"

Fugu (02.30)
Tamashi (06.03)
Tara (06.45)
Ichi Kay Dojo (04.49)
Koi (04.45)
Nichi-Yobi (05.30)
Shake (01.37)
Daini No Sekai (10.34)
Tako (02.17)
Karei (07.42)
Iwashi (02.20)
Neo Tokyo (05.29)
Shibaebi (05.28)
Tobino (07.06)

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