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Die
beiden ebenso einfach wie pfiffig gestalteten
Papp-Klapp-Cover, der kuriose Projektname und die
originellen Album-Titel lassen schon Außergewöhnliches
vermuten.
Zeitgemäße Elektronik mit viel Ambient-Club-Format in
ansprechendem Nippon-Gewand; so zumindest könnte die
Kurzformel lauten, wollte man die Musik des Sushi Clubs
aufs Kürzeste definieren. Ein elitärer Club, bei dem
es bisher nur einem gewissen Tomio Tremmel gelungen ist,
die Aufnahmeprüfung mit Erfolg zu absolvieren. Eine
andere Interpretation lassen die spärlich beschrifteten
Plattencover jedenfalls nicht zu.
Somit ist davon auszugehen, daß dieser Musiker es ganz
allein, ohne die Mithilfe anderer Kollegen, geradezu
meisterhaft versteht, kräftige lupenreine Beats in
wuchtige Midtempo-Grooves einzufügen und diese mit
perfekt ausgearbeiteten Klang-Arrangements zu
kombinieren.
Zarte Anleihen aus dem Metier des Acid-Jazz, die in
ihrer Verarbeitung vielleicht noch am ehesten mit
Gruppen wie Tab Two, Brand New Heavies oder Massive
Attack zu vergleichen wären, werden zusammen mit
modernen unverbrauchten Rhythmen sowie glasklaren,
progressiv anmutenden Stilmitteln mit einer technischen
Brillanz ausgestattet, die auch in elektronischen
High-Tech-Kreisen ihresgleichen sucht.
Wie schon auf verschiedenen Solo-Werken der ehemaligen
Mitglieder des Yellow-Magic-Orchester (Sakamoto,
Takahashi, Hosono), wird auch in der Musik vom Sushi
Club versucht, trotz allen Fortschritts, mit
traditionell eingefärbten Klangstrukturen sowie
verfremdeten Stimmen Einheimischer eine
herkunftsorientierte Eigenwertigkeit zu erzielen.
Auf Hochglanz poliert, erhebt die Musik somit einen
Anspruch auf Design und Eleganz unter Einbindung fernöstlicher
Klangkultur und vermittelt gleichzeitig Bilder von
Lifestyle, Nightlife und intellektuellem Geist
technologisch hochentwickelter Wirtschaftszentren wie
Tokyo oder Osaka.
Auf beiden Alben glänzen sämtliche Stücke durch hohen
Anspruch und technischen Perfektionismus und bestechen
durch ausgefeilte schwungvolle Rhymik sowie effektvoll
ausgearbeitete Soundmuster.
Die jeweiligen Spezialitäten von Wolfram Spyra, Andreas
Leifeld, Pete Namlook, Kraftwerk und YMO extrahiert und
miteinander kombiniert, dann angereichert mit
erstklassig ausgestalteten Power-Grooves und verfeinert
mit einem Schuß Japan-Flair, ergeben vielleicht
Gourmet-Freuden, die der Musik von Tomio Tremmel sehr
nahe kommen. Kulinarischer Hochgenuß für Feinkost-verwöhnte
Ohren.
Ebenso niveauvolle wie kraftvoll packende
Ambient-Club-Elektronik; vom Sushi Club bislang als
zweigängiges Feinschmecker-Mahl serviert, das aber gern
noch um mehrere Gänge erweitert werden darf.
Guten Appetit wünscht ....
Stephan Behn (09.08.2000)
Tracklist "Sushidelic"
Miso Soup (02.25)
Niku-Jaga (08.01)
Takoyaki (04.53)
Oshinko (07.16)
Hiyashi-Chuuka (04.03)
Sushidelic Phonk Part I (04.12)
Sushidelic Phonk Part II (05.19)
Fish´n´ Fruits (05.17)
Chawan-Mushi (05.36)
Tonkatsu (07.06)
Oyako-Donburi (06.04)
Shabu-Shabu (09.56)
Peanut Cookies (02.25)
Tracklist
"Neo Sashimi"
Fugu (02.30)
Tamashi (06.03)
Tara (06.45)
Ichi Kay Dojo (04.49)
Koi (04.45)
Nichi-Yobi (05.30)
Shake (01.37)
Daini No Sekai (10.34)
Tako (02.17)
Karei (07.42)
Iwashi (02.20)
Neo Tokyo (05.29)
Shibaebi (05.28)
Tobino (07.06) |