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Wie
schon der Titel unmißverständlich ausdrückt, handelt
es sich bei diesem Doppelalbum von Vidna Obmana um die
wohl bislang konsequenteste Umsetzung des Themas Wasser
in eine akustisch inszenierte Erlebniswelt. Ursprünglich
als anregende Hintergrundbeschallung für das Aquarium
des Antwerpener Tierparks konzipiert, wurde das
entsprechende Konzert im November ´92 mitgeschnitten
und nun, nachdem die Aufnahme im letzten Jahr von Obmana
noch einmal überarbeitet wurde, auf CD 1 dieser Ausgabe
veröffentlicht. Auf CD Nr. 2 ist die Variante des
Aquarium-Soundtracks zu hören, die Obmana im Juni 1993
dann noch einmal vor einem Hamburger Publikum präsentiert
hat.
Ein Aquarium wie das eines großen Zoos, zeigt das Leben
unter Wasser annähernd wie es wirklich ist. Obmana´s
Ziel war es, das hört man den Aufnahmen deutlich an,
die unterschiedlichen Stimmungen dieser faszinierenden,
für uns Menschen stets ein wenig befremdlich und undurchschaubar
wirkenden Unterwasserwelt auf kunstvolle Weise hörbar
nachzuzeichnen bzw. die visuell wahrgenommenen Eindrücke
mit einer sorgfältig abgestimmten Klangkulisse zu
intensivieren.
Seine ausladenden Klangmalereien besitzen eine kühle
Schwere und sind von metallischem Glanz umgeben. Sie
vermitteln tiefe Abgeschiedenheit und erwecken das Gefühl
sich wirklich unter Wasser zu befinden. Unentdeckte
Meeresräume in verschwommener Transparenz, die mit
sparsam eingesetzten Sound-Arrangements vor dem
geistigen Auge lebendig werden. Vereinzelt aufsteigende
Blasen, gedämpfte Laute, sanft hin- und herwiegende
Fauna, bizarre Landschaften, undurchsichtige Wolken von
Plankton, glitzernde Fischschwärme, die wie auf
Kommando blitzschnell ihre Richtung wechseln oder
andere, eher gemächlich dahingleitende Meeresbewohner -
Obmana gelingt es vortrefflich diesen vielseitigen
Lebensraum mit nur wenigen, unaufdringlichen aber
effektvollen Mitteln akustisch darzustellen ohne in
esoterisches Softgedudel zu versinken.
Das auf der 2. CD festgehaltene Hamburger Konzert ist
kein platter Aufguß der Antwerpener Variante, sondern
wurde aus gutem Grund diesem Werk ergänzend beigefügt.
Obwohl als ein einziges Stück betitelt, so besteht die
Aufnahme doch eigentlich aus zwei Teilen. In der ersten
Hälfte richtet der Hörer aus schützender Tiefe seinen
Blick hinauf zur Wasseroberfläche. Weitschweifig
prickelnde, in gleichmäßigen Intervallen herannahende
und wieder davonziehende Soundschwaden beschreiben eine
lautlos anrollende Brandung, die in bedrohlicher Mächtigkeit
über einen hinwegfegt, um dann in gleicher Weise in der
2. Hälfte von volumenbetonteren Klangmustern abgelöst
zu werden, die dem Gesamtwerk einen kolossalen Abschluß
geben (vergl. hierzu auch den 20-minütigen Schlußteil
von Steve Roach´s „Magnificent Void“).
Vidna Obmana hat gut daran getan sich einmal wieder auf
seine weniger ethnisch beeinflußte Phase Anfang der
Neunziger zu besinnen. Sein Feingefühl in der
niveauvollen Auseinandersetzung mit bestimmten Themen
und Situationen sollte ihn dazu bewegen auf diesem
Gebiet weiterzuarbeiten. Trotz 8-jähriger Verspätung
ist „Soundtrack For The Aquarium“ im Schaffen von
Vidna Obmana jedenfalls nicht als Rückschritt zu
bewerten, sondern ist vielleicht der erste Schritt in
eine Richtung, die seiner weiteren Entwicklung mit
Sicherheit gut tun würde. Stephan
Behn (15.08.2001)
Tracklist:
CD1:
Aqua 1 (Theme) (07.07)
Aqua 2a (19.30)
Aqua 3 (08.15)
Aqua 4 (12.00)
Aqua 2b (14.50)
Aqua 5 (07.30)
Aqua 6 (Theme) (02.30)
CD2:
Soundtrack For The Aquarium, Live In Germany (44.15) |