Holly-Jane Rahlens
"Prinz William, Maximilan Minski und ich"
Aus dem Amerikanischen von Ulrike Thiesmeyer
Rowohlt  Verlag Reinbek 2003
214 S.; 12,90 Euro

Nelly Sue Edelmeister ist ein wunderbares 13jähriges Mädchen die so manche Macken hat. Sie ist zwar eine exzellente Schülerin (außer in Sport, da ist sie eine totale Niete) und rennt die ganze Zeit mit einer Enzyklopädie unterm Arm herum, ist aber keine typische Jugendliche in ihrem Alter, was man sofort an ihrem markantem Äußerem erkennt. Nerd Nelly  ist ein vernarrter Freak was die Sterne, den Weltraum und Astronomie angeht. Außerdem ist sie als Jüdin geboren, lehnt aber ihre bevorstehende Bat-Mizwa rebellisch ab und ihre Mutter und Oma beißen sich einen Zahn an ihrer Sturheit aus. Und genau diese ganzen außergewöhnlichen Sachen machen sie so einzigartig. Aber es gibt etwas in ihrem Leben, wo sie sich (fast)  genauso wie alle anderen Mädchen benimmt. Die Liebe!
Es ist das Jahr, in dem Diana, die Prinzessin des britischen Königshauses, tragisch ums Leben  kommt. Auf allen Bildschirmen flimmern die Bilder der Beerdigung und der trauernden Familie und es gibt nur noch ein Thema bei den Mädchen an Nellys Schule: den süßen, trauernden Prinz William, mit dem alle Mitleid haben. Nelly kann den ganzen Trubel zuerst nicht verstehen und sie ist von allem genervt, alles geht ihr auf den Keks. Ihre ganzen Klassenkammeraden, ihre temperamentvolle, amerikanische Mutter, die immer ein Buch schreiben will (von dem man aber noch keine einzige vernünftige Seite gesehen hat), Nelly immer mit der Bat-Mizwa nervt und sich immer mit Nellys Vater, dem ruhigem Musiker in der Wolle hat. Da bleibt nur noch ihre Oma Risa mit der sie über alles reden kann. Risa, (bei der Nelly immer „Bubele“ heißt) ist eben anders als „normale“ Omis. Doch dann kommt die Rettung aus dem ganzen Schlamassel! Nelly verliebt sich in Prinz William! Nelly kann es selbst kaum glauben, aber sie hängt sich wirklich ein lebensgroßes Poster von William an ihre Tür und studiert die Homepages der Blaublüter! Als ihre Mutter das sonst so streng bewachte Geheimnis entdeckt spöttelt sie („Liebe auf den ersten Klick!“), aber als sie Nelly erklärt, dass sie früher auch mal in Prinz Charles, der mit den riesigen Ohren, verknallt war taut das Eis zwischen den Beiden langsam auf. Doch nun müssen sie zusammenhalten, denn  Nellys Eltern trennen sich. Nelly, der das gar nicht gefällt, wechselt nun ständig ihren Wohnort, mal bei ihrer Mutter, mal bei ihrem Vater. Da sie Geld für ein neues Teleskop dazuverdienen will, muss sie Babysitten. Dabei lernt sie den rebellischen, eigentlich amerikanischen, Grufti Maximilian Minsky kennen, dem sie etwas Nachhilfe in der deutschen Sprache geben soll. Sie findet heraus, dass die besten Basketballer ihrer Schule zu einem Wettbewerb nach England, an Williams Schule fahren werden. Nun ist die sonst so spotvermeidende Nelly drauf und dran einen guten Trainer zu finden. Sie entdeckt, dass ihr so gehasster Maximilian die Rettung wäre, da er ein Basketball Profi ist. So kommen sich die beiden immer näher und Nelly hat Prinz William schon fast vergessen, da ihr jetzt ein anderer Junge im Kopf herumspuckt und außerdem rückt der Termin von Nellys Bat-Mizwa immer näher... Dann passiert etwas schreckliches mit Risa ...
Ein geniales Buch, über ein letztendlich doch ganz normales Mädchen. Mit viel Humor, Witz und Charme erzählt. Der Hauch von (Selbst-) Ironie rundet das Buch perfekt ab und gibt ihm einen gewissen Kick, eine Frische, wie man sie in vielen Büchern oft vermisst.
Für mich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe! Ein großes Lob und „Hut ab“ vor Holly-Jane Rahlens, die zudem die besondere Gabe besitzt, unvergleichbar unterhaltend aus ihren eigenen Werken zu lesen! ©Anne Maria Müller, 09.08.2004

PS: Das Buch gibt es mittlerweile auch als preiswerte Taschenbuchausgabe.

www.fragmentum.de