Ian McEwan “Abbitte”

McEwanAbbitte“Briony gehörte zu jenen Kindern, die eigensinnig darauf beharren, dass die Welt genauso und nicht anders zu sein hat.” – mit fatalen Folgen für ihre Mitmenschen, wie Ian McEwan in seinem aktuellen Roman in dieses Mal ungewohnt epischer Breite erzählt. Wie bereits in seinen früheren Büchern, stehen wieder junge Menschen, die sich auf dem beschwerlichen Weg der der Selbstfindung befinden, im Mittelpunkt der Handlung.
Eigentlich hatte Briony geplant, ihr Theaterstück mit dem etwas pathetischen Titel “Die Heimsuchungen Arabellas” am Abend der Ankunft ihres Bruders aufzuführen, doch die Proben verliefen nicht nach Plan. Vielleicht war die unerträgliche Hitze Schuld, dass weder ihre Cousine noch deren kleine Zwillingsbrüder sich an ihre Anweisungen und Zeitabsprachen hielten. Jedenfalls verbrachte Briony viel Zeit mit Warten. Während sie verträumt aus dem Fenster sah, beobachtet sie ihre Schwester Cecilia und den Sohn der Haushälterin, Robbie, wie diese sich am Swimmingpool unterhielten und, für sie nicht verständlich, sich wild gestikulierend um eine wertvolle Vase stritten. Am Abend dann überraschte sie beide in der Bibliothek, wie sie sich eng umschlungen ihrer Leidenschaft hingaben. Als dann in der Nacht auch noch die Zwillinge verschwanden und in einer groß angelegten Aktion gesucht werden mussten, schien sich die knisternde Spannung, die in der Luft lag, zu entladen. Weiterlesen