George Tabori “Autodafé”

TaboriAuto Manch Autobiographie darf sich ihres enormen Umfanges rühmen. Aus unzähligen Seiten wird auch noch das Intimste in der Hoffnung aufgeschrieben, dass es irgendjemanden auf dieser Welt gibt, der sich dafür interessiert. Nicht selten langweilen solche Pamphlete ungemein und berühren zumeist peinlich.
Nicht so das jüngste Buch des großen Schriftstellers und Dramaturgen George Tabori. Denn dessen “Autodafé” betitelte Erinnerungen begeistern von der ersten bis zur letzten Seite. Hier erzählt jemand aus seinem Leben, welches durchaus bewegt war, in einem lockeren, meist selbstironischen Plauderton, ohne jemals geschwätzig zu werden. “Meine Erinnerung gibt nicht allzu viele Geheimnisse her, sondern stammelt und springt undeutlich hin und her.”, bemerkt Tabori an einer Stelle. Und vielleicht ist es dieses Nichteinhalten einer strengen Chronologie, was den zusätzlichen Reiz dieses Buches ausmacht. Weiterlesen